OÖ LIM Fuchs will nicht anzeigen, fordert aber Einhaltung des Gesetzes
 
Die oberösterreichische Innung der Kfz-Techniker drängt nun die Behörden, den Verkauf von Motoröl und Ölfiltern an Verbraucher zu kontrollieren.
 
„Wir wollen nicht kritisieren, dass oder wo Motoröl und -filter an die Verbraucher verkauft werden“, sagt Landesinnungsmeister Ing. Manfred Fuchs. „Wir sind für das Prinzip der Marktwirtschaft. Doch es gibt im Abfallwirtschaftsgesetz klare Vorschriften. Und auf deren generelle Einhaltung drängen wir nun. Wir wollen aber weder Anzeigen erstatten noch einen Krieg heraufbeschwören.“ Außerdem möchte die Innung die Mineralölgesellschaften veranlassen, zur Verwechslung geeignete Bezeichnungen für Schmierstoffe gänzlich anderer Eigenschaften nicht mehr zu verwenden. Fuchs: „Teilweise werden Einfachöle verkauft, deren Namen ähnlich klingen wie die der Hochleistungsschmierstoffe. Der Konsument erkennt das nicht und glaubt, dass er für ein Drittel des Preises dasselbe hochwertige Öl bekommt wie in der Werkstatt, die ihm die richtige Spezifikation anbietet und einfüllt. Seriöse Anbieter verkaufen daher Kfz-Schmierstoffe über den Fachmann!
Das Abfallwirtschaftsgesetz schreibt vor, dass erstens der Mineralölhandel dem gewerberechtlich befugten Fachhandel vorbehalten ist, und definiert, dass mehrere verschiedene Arten von Mineralölprodukten von einem qualifizierten Fachmann, der für die Beratung der Konsumenten zur Verfügung steht, angeboten werden. Zweitens beschreibt das Gesetz die Bedingungen und die Verpflichtung zur Entsorgung gebrauchten Öls und gebrauchter Filter mit entsprechender Infrastruktur. Wir glauben, dass die Umweltbehörde diese Entsorgungsverpflichtung der Abfallerzeuger — genau wie bei uns, die wir alles bis ins Detail dokumentieren — prüfen sollte. Würden wir ab morgen Waffen oder Pharmazieprodukte verkaufen, möchte ich sehen, wie schnell die Behörden zu einer Überprüfung bei uns wären!“
 
Dr. Nikolaus Engel